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Heinz Plate

42477 Radevormwald
Germany

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Last update:2020-11-24 16:46:23
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Extra QSL Info:eMail: plate.dl2dap@t-online.de

Biography

Funkschutz der Funkdienste und Schutzanforderungen

Informationen zusammengestellt von Heinz Plate, DL2DAP (DARC-OV G73)
eMail: dl2dap@darc.de

Ist die EMV- Funkverträglichkeit und der Frequenzschutz (EMV- Gebührenpflicht, Abgabe an BNetzA) für den künftigen Amateurfunkbetrieb auf unseren Frequenzen gewährleistet

- Einleitung
Schutzanforderungen der Funkdienste unter Berücksichtigung der EMV-Normung und die Funkverträglichkeit.
Funkverträglichkeit und EMV- Normung behandeln im Grundsatz dasselbe Phänomen - die physikalisch - technischen Eigenschaften und Auswirkungen elektromagnetischer Wellen.
Historisch gesehen haben sich beide Gebiete zwar mit der gleichen Zielsetzung - Funkschutz - aber trotzdem nahezu unabhängig voneinander entwickelt.

Bezüglich der allgemeinen Weiterentwicklung der Themenfelder Funkverträglichkeit und EMV-Normung entwickeln sich Analogien infolge der überall Einzug haltenden Digitalisierung, der Tendenz hin zu breitbandigen Signalen und dem räumlichen Zusammenrücken von Geräten, drahtgebundenen Netzen und Funkanlagen.
Damit diese Entwicklungsmöglichkeiten auch zukünftig gewährleistet bleiben sind alle Maßnahmen zur Sicherstellung der technisch-physikalischen Verträglichkeit und Effizienz, insbesondere für die drahtlose Telekommunikation, von hoher Bedeutung. Gerade hier ist die Übertragungsressource “Frequenzspektrum“ nicht vermehrbar.
Die Nutzung dieser Ressource wird nicht nur durch Funkanlagen des eigenen und anderer Funkdienste und deren Störemissionen, sondern auch durch die sonstige EMV Umwelt beeinflusst.

- Jedes Gerät bzw. jede Anlage erzeugt Störgrößen, die wiederum in ihrer Gesamtheit u.a. das Man-Made-Noise erzeugen.
Dieses - Man-Made-Noise- begrenzt einen Funkempfänger in seiner Empfindlichkeit im Nutzkanal und hat somit Einfluss auf die gesamte Versorgungssituation des entsprechenden Funkdienstes. Deshalb ist der Begrenzung der Störgrößen von Geräten und Anlagen, unter Wahrung der Verhältnismäßigkeit, besondere Aufmerksamkeit zu schenken.

- Eckpunkte des Schutzzieles „Funkschutz“
Funkschutz“ hinsichtlich der Funkverträglichkeit und der EMV beleuchtet.
Schutzanforderungen beschreiben zumeist technische Randbedingungen die einen bestimmungsgemäßen Einsatz von Geräten ermöglichen. Dabei sind sowohl Abstrahlungseigenschaften als auch Störfestigkeitseigenschaften zu erfüllen.
Diese Schutzanforderungen werden dadurch erreicht, dass die Störaussendungen ein zulässiges Höchstmaß nicht überschreiten und die Störfestigkeit ein Mindestmaß erfüllt. In beiden Fällen müssen also Grenzwerte eingehalten werden.
Neben den allgemeinen Anforderungen für Telekommunikationsgeräte werden für Funkgeräte zusätzlich noch grundlegende Anforderungen hinsichtlich deren Funkparameter gestellt. Damit wird das Übertragungsmedium Funk besonders berücksichtigt.
Der störungsfreie Betrieb eines Funkdienstes ist von in seiner Umgebung betriebenen elektrischen und elektronischen Geräten und Systemen abhängig. Dabei ist zu beachten,
dass im Empfangskanal die Störfestigkeit eines Empfängers nur gering sein kann, da ja ein Funkempfänger auf diesem Kanal Funksignale empfangen muss.
Im Empfangskanal ist ein Funkempfänger daher auch für Störsignale offen. Gerade hier unterscheidet sich ein Funkempfänger wesentlich von nicht funkgestützten Geräten, deren Störfestigkeit nicht in unmittelbarer Verbindung mit ihrer eigentlichen Betriebsfunktion steht.

- Gemäß dem EMVG 2016 sind Schutzanforderungen wie folgt definiert:
(1) Geräte müssen so beschaffen sein, dass bei vorschriftsmäßiger Installierung, angemessener Wartung und bestimmungsgemäßem Betrieb gemäß den Angaben des Herstellers in der Gebrauchsanweisung

1. die Erzeugung elektromagnetischer Störungen soweit begrenzt wird, dass ein bestimmungsgemäßer Betrieb von Funk- und Telekommunikationsgeräten sowie von sonstigen Geräten möglich ist;

2. die Geräte eine angemessene Festigkeit gegen elektromagnetische Störungen aufweisen, so dass ein bestimmungsgemäßer Betrieb möglich ist.
Der hier mehrfach verwendete Ausdruck „bestimmungsgemäßer Betrieb“ deutet auf die Zweckbestimmung des betreffenden Geräts, und dieser Zweckbestimmung entspricht oft einer bestimmten Umgebung. Gebräuchliche Umgebungskategorien sind zum Beispiel der Wohn- und Geschäftsbereich und der Industriebereich, denen jeweils unterschiedliche EMV-Anforderungen zugeordnet sind.

- Allgemeine Beschreibung einer Störsituation
Informationen zu der Thematik der durch leitergebundene Telekommunikationssysteme hervorgerufenen Störstrahlungen, die den Betrieb von Funksystemen in gleichen Frequenzbereichen stören bzw. beeinträchtigen können.
Aus Sicht der Funkdienste wächst die Störproblematik mit dem Umstand, wie mittels leitergebundenen Systemen mehr und mehr breitbandige Dienste übertragen werden.
Kritisch im Hinblick auf mögliche Störstrahlungen sind dabei insbesondere die Verkabelungen in Gebäuden sowie der Zugangsbereich, die so genannte ‚Letzte Meile’, da die TK Weitbereichsnetze meist mit Lichtwellenleitern ausgerüstet sind.

- Unerwünschte Störstrahlungen werden im Wesentlichen hervorgerufen durch breitbandige Datenübertragung über:

• Energiekabel (ungeschirmte, nicht verdrillte Leitung), genutzt durch PLC mit Frequenzen bis 30 MHz,

• Telefonkabel Sternvierer (i. d. R. geschirmte, verdrillte Doppelader), insbesondere durch neue Dienste wie xDSL mit Frequenzen bis 20 MHz,

• TV-Kabel (Koaxialkabel), mit Frequenzen bis 2,2 GHz, sowie

• Local Area Networks (Koaxialkabel bzw. Unshielded / Shielded Twisted Pair) mit
Frequenzen bis 1 GHz

- Die Bundesnetzagentur ist (z.B. bei Übertragung von Großveranstaltungen) für die Überwachung und Bereitstellung von Frequenzen sowie den Funkschutz verantwortlich.
Aufgabe ist es, die Vielzahl von Funkverbindungen, die für den reibungslosen Ablauf und die internationale Berichterstattung notwendig sind, möglichst störungsfrei zu gewährleisten.
“Funkschutz und die Frequenzüberwachung der Bundesnetzagentur sichern auch die weltweite Übertragung bei Großveranstaltungen", sagt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. Auch der Funkverkehr von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben wird durch unsere Frequenzplanung und Störungsbearbeitung gewährleistet.

- BNetzA veröffentlicht Tätigkeitsbericht 2018/2019 (2019-12-17)
Ein Themenbereich, der nicht nur den Amateurfunk betrifft, sind Störungen.
"Im Jahr 2018 hat die Bundesnetzagentur den Verkauf von rund 10,21 Millionen Produkten im Online-Handel verboten. Diese Geräte können Funkstörungen bzw. elektromagnetische Unverträglichkeiten verursachen und dürfen in der EU nicht vertrieben werden."
Und weiter:
"Ein wichtiger Beitrag zum Verbraucherschutz bzw. zur effizienten und störungsfreien Nutzung von Frequenzspektren wird von der Bundesnetzagentur durch die Funkstörungsbearbeitung des Prüf- und Messdienstes geleistet“.

Im Berichtzeitraum wurden jährlich deutlich über 4000 Störungen vor Ort aufgeklärt.
Davon waren mit jeder dritten Störung sicherheitsrelevante Bereiche wie der Flugfunk, der Funkverkehr von Rettungsdiensten, Feuerwehren und Polizeien, der Bahnfunk und das öffentliche Mobilfunknetz betroffen. - “Amateurfunk wurde nicht erwähnt -“
Der zitierte Tätigkeitsbericht Telekommunikation 2018/2019 ist in der Mediathek der Bundesnetzagentur einsehbar.

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Amateurfunkbetrieb und elektromagnetische Störungen
Erstellen und Melden einer aussagekräftigen Störungsmeldung an
die Bundesnetzagentur (BNetzA) durch den betroffenen Funkamateur

Informationen zusammengestellt von Heinz Plate, DL2DAP (DARC-OV G73)
Beitrag, Formular und Anlagen können per eMail:
dl2dap@darc.de angefordert werden.

Anforderung an die Störungsmeldung:
In der Praxis verspricht eine in schriftlicher Form eingereichte Störungsmeldung
mehr Aussicht auf eine positive Bearbeitung als ein unverbindliches Telefonat mit
der Störungsannahme der BNetzA.

Die grundlegenden Anforderungen an eine Störfallmeldung an die BNetzA, damit
die Meldung durch den Prüf- und Messdienst (PMD) bearbeitet werden kann, sind
der beigefügten “Störungsmeldung für Elektromagnetische Störungen“ zu entnehmen.

Bevor allerdings das Formular ausgefüllt wird, ist es notwendig, die
erforderlichen Daten zusammenzustellen:
Den Störungsverlauf über die Zeit, die Frequenzbereiche und möglichst auch
Informationen über die Signalstärke der Störstrahlung am RX-Eingang.
Zum zeitlichen Verlauf der Störung ist es von Wichtigkeit, ob die Störung ständig
oder eben nur zu bestimmten Zeiten auftritt. Weiterhin ist es wichtig anzugeben,
ob nur der Amateurfunkbereich oder auch Rundfunk- und eventuell Fernsehbereiche
betroffen sind.
Je ausführlicher sie beschrieben wird, desto besser können die Mitarbeiter der
BNetzA die gemeldete Störung beurteilen und bearbeiten.

Definition, Entstehung, Ausbreitung und Auswirkungen:
Als Funkstörungen werden unerwünschte elektromagnetische Störaussendungen
bezeichnet,die den Funkempfang oder andere elektronische Geräte stören.
Dabei wird grundsätzlich zwischen leitungsgeführten Störungen („Störspannung“)
und feldgebundenen Störungen („Störstrahlung“ bzw. „Störfeldstärke“) unterschieden.

Um Funkstörungen zur vermeiden, müssen alle „Geräte“ entsprechend der Definition
der EMV-Richtlinie 2014/30/EU die Anforderungen erfüllen und müssen deshalb mit
einem CE-Kennzeichen versehen sein, bevor sie in den Verkehr gebracht werden dürfen.
Sie müssen nach dem Stand der Technik so entworfen und gefertigt sein, dass die von
ihnen ausgehenden elektromagnetischen Störungen keinen Pegel erreichen, bei dem ein
bestimmungsgemäßer Betrieb von Funk- und Telekommunikationsgeräten oder anderen
Betriebsmitteln nicht möglich ist (§ 4 Abs. 1 EMVG 2016).

Darüber hinaus müssen sie gegen die bei bestimmungsgemäßem Betrieb zu erwartenden
elektromagnetischen Störungen hinreichend unempfindlich sein, um ohne unzumutbare
Beeinträchtigung bestimmungsgemäß arbeiten zu können (§ 4 Abs. 2 EMVG 2016).
Funkentstörung ist die Minderung dieser Störungen meist unter die Grenzwerte,
die in den relevanten Normen festgelegt sind, bzw. bei konkreten Störfällen soweit,
dass die bestimmungsgemäße Funktion der betroffenen Geräte wieder hergestellt ist.

Voraussetzungen für eine Störungsbearbeitung:
Anlass einer elektromagnetischen Störung und Grund für eine Funkstörungsmeldung
ist immer ein Gerät oder eine Anlage.
Gemäß § 27, Abs. 3, EMVG 2016 wird die Bundesnetzagentur (BNetzA)
bei Ermittlung der Störquelle Abhilfemaßnahmen veranlassen, die den Betreiber
des elektrischen Betriebsmittels (z.B. den Nachbarn) in dieser Angelegenheit auch
eine fachlicheHilfestellung sein können. Zivilrechtliche Ansprüche bleiben dabei
unberührt.

Bearbeitung von elektromagnetischen Störungen (Funkstörungen)
und Maßnahmen zu ihrer Beseitigung:
§ 22 des EMVG: Zuständigkeiten und Befugnisse der Bundesnetzagentur (BNetzA)
(1) Die BNetzA führt dieses Gesetz aus, soweit gesetzlich nicht anderes bestimmt ist.
5. Probleme mit der elektromagnetischen Verträglichkeit einschließlich Funkstörungen
aufzuklären und Abhilfemaßnahmen mit den Beteiligten zu veranlassen.
Im Bereich Normen mitzuarbeiten/unterstützen und ggfls. Betriebsverbote zu erlassen
und im Amtsblatt zu veröffentlichen.

Die Bearbeitung bezieht sich auf Störungen bei Funkstellen sowie bei sonstigen
elektrischen / elektronischen Geräten / Anlagen / Systemen und Netzen jeder Art,
wobei die Störungsursachehäufig außerhalb des gestörten Funksystems bzw.
gestörten Gerätes liegt. Betriebliche und technische Störungen, die ihre Ursache
hauptsächlich innerhalb der Netze, Geräte usw. haben, gehören nicht dazu.
Die Bearbeitung dieser Störungen fällt in die Zuständigkeit der Anwender
Oder Netzbetreiber (Betriebsstörungen). Die Abgrenzung zwischen wirklichen
Funkstörungen und anderen Fehlerursachen wie z. B. Betriebsstörungen, ist aus
technischen und wirtschaftlichen Gründen zwingend geboten.
Werden Betriebsstörungen, soweit diesen nicht bereits im Vorfeld, z. B.
bei der Störungsannahme, identifiziert werden konnten, erkannt, stellt
der Prüf- und Messdienst die Bearbeitung ein. Dem Kunden (Störungsmeldenden),
der von der Störung betroffen ist, entstehen allerdings keine direkten Kosten.
Kosten entstehen nur dann, wenn Störungen dadurch verursacht werden,
weil geltende Bestimmungen / Auflagen nicht eingehalten werden.
In diesen Fällen ist die Bundesnetzagentur berechtigt, den entstandenen Aufwand
nach dem Kostendeckungsprinzip dem Störungsverursacher in Rechnung zu stellen.

Störungen können auch den Funkverkehr von Rettungsdiensten, Polizei und Feuerwehr
beeinträchtigen und somit eine erhebliche Gefahr für die Öffentlichkeit darstellen.
In der Verordnung zum Schutz von öffentlichen Telekommunikationsnetzen und Sende-
und Empfangsfunkanlagen, die in definierten Frequenzbereichen zu Sicherheitszwecken
betrieben werden sind die Fakten dazu ausführlich beschrieben (Sicherheitsfunk-
Schutzverordnung, SchuTSEV).

Alle Maßnahmen unterliegen der rechtlichen Nachprüfung anhand des materiellen Rechts
und der gesamten Rechtsordnung unter Beachtung aller Umstände des Einzelfalls.

Bundeseinheitliche Rufnummer der Funkstörungsannahme:
04821/89 55 55 diese Rufnummer ist 24 Stunden am Tag erreichbar.
eMail: Funkstoerung@BNetzA.de
Außerdem besteht die Möglichkeit, auf der Internetseite der Bundesnetzagentur
die Funkstörungen Online zu melden unter: www.bnetza.de.

EMVU-Hinweis:
Auch wenn es sich ausschließlich um EMV-Störungen des Amateurfunkempfanges
handelt, sollte der verantwortliche Funkamateur seine Stationsunterlagen und
die Erklärung zum BEMFV-Anzeigeverfahren für die Mitarbeiter der BNetzA
zur Erläuterung seiner Amateurfunkanlage bereithalten.
DL2DAP, Stand: Febr. 2020

Equipment

Auswirkungen von Änderungen bei EMV-Richtlinie und EMV-Normen

Informationen zusammengestellt von Heinz Plate, DL2DAP (DARC-OV G73)
eMail: dl2dap@darc.de

Evaluierung der EU-EMV- Richtlinie
Zurzeit findet eine gezielte Befragung zur EMV- Richtlinie 2014/30/EU statt.
Sie ist Teil des Verfahrens für eine Studie, mit deren Hilfe die Generaldirektion der Kommission für Binnenmarkt, Industrie, Unternehmer die Richtlinie 2014/30/EU über die elektromagnetische Verträglichkeit (EMV- Richtlinie) auf Aktualität bewertet.
Die Befragung hat das Ziel, Rückmeldungen betroffener Beteiligten zur Umsetzung der EMV-Richtlinie zu erheben.

Gerätehersteller müssen für die EMV- Konformitätsbewertung ihrer Produkte den aktuellen Stand der EMV- Normen und EMV- Vorschriften anwenden, um diese rechtmäßig auf den europäischen Markt bringen zu dürfen. Dabei ist der Zeitpunkt des Inverkehrbringens entscheidend, nicht der Start der Serienproduktion.
Hersteller von Geräten haben daher den Ablauf von Übergangsfristen zu beachten.

Harmonisierte EMV-Europanormen
Die EMV- Richtlinie beschränkt sich auf die Festlegung der wesentlichen Schutzanforderungen und sieht vor, dass eine Vermutung der Konformität für jene Betriebsmittel gilt, welche die maßgeblichen harmonisierten Normen erfüllen.
Harmonisierte Normen setzen die wesentlichen Anforderungen der EMV- Richtlinie, nämlich andere Geräte und Funkdienste nicht zu stören und selbst nicht gestört zu werden(siehe EMV- Richtlinie 2014/30/EU, Anhang ), in Grenzwerte für die Störaussendung und Anforderungspegel für die Störfestigkeit um und konkretisieren damit die wesentlichen Anforderungen.

Als harmonisierte Normen bezeichnet man diejenigen Europanormen, welche auf Grundlage eines Ersuchens der europäischen Kommission von den europäischen Normungsorganisationen (CEN, CENELEC, ETSI) erarbeitet wurden und in der Folge von der Kommission im Amtsblatt der EU (Official Journal of the European Union) gelistet wurden.

Erfüllt ein elektrisches/elektronisches Gerät Anforderungen der zutreffenden harmonisierten Normen, so kann grundsätzlich davon ausgegangen werden, dass es die wesentlichen Anforderungen gemäß Anhang der EMV- Richtlinie erfüllt.
Dabei ist allerdings zu beachten, dass damit nur die vom Gesetzgeber geforderten EMV-Mindestanforderungen eingehalten werden, die für das rechtmäßige Inverkehrbringen von Produkten in der Europäischen Union gefordert sind.
Treten in einer elektromagnetischen Umgebung Störgrößen mit höheren als den üblichen Amplituden auf oder Störphänomene, die mit den standardisierten Prüfungen nicht abgedeckt sind, können auch normkonforme Geräte unzulässig beeinflusst werden.
Für Hersteller von Geräten ist es daher wichtig, sich bewusst zu sein, dass es Applikationen
für bestimmte Einsatzumgebungen geben kann, wo die Einhaltung der aktuell harmonisierten Europanormen nicht ausreichend ist, um die Störungsfreiheit im praktischen Betrieb zu garantieren und damit dem Stand der Technik zu genügen.

Ausblick
Für Gerätehersteller haben Norm- Änderungen große Auswirkungen, da sie bereits bei der Produktentwicklung berücksichtigt werden müssen bzw. Produkte, welche über einen langen Zeitraum fortlaufend produziert werden, an die Norm- Änderungen angepasst werden müssen.Sich über die zeitliche Geltungsdauer der für ihre Produkte anzuwendenden Normen informiert zu halten, ist eine Holschuld für jedes Unternehmen.
Auch über die Mitarbeit in Normungsgremien erhält man frühzeitig Zugang zu bevorstehenden Änderungen.

Da hier die Grundlage für das nächste EMV-Gesetz (Stand 2016) gelegt wird ist der Beantwortung der folgenden Punkte von großer Wichtigkeit.

Es werden die folgenden Punkte untersucht:
• Ob die EMV-Richtlinie in Bezug auf die Kriterien Gesamtwirksamkeit, Effizienz, Relevanz, Kohärenz und EU-Mehrwert weiterhin zweckmäßig ist,

• ob Probleme bei der Umsetzung bestehen, die regulatorische und/oder sonstige Korrektur-maßnahmen erfordern, und

• ob die Richtlinie noch dem neuesten wissenschaftlichen und technischen Stand der Dinge entspricht.
Da hier die Grundlage für das nächste EMV- Gesetz (Aktuell Stand-2016) gelegt wird ist der Beantwortung der Punkte von großer Wichtigkeit.

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